Zeitzeugen

veröffentlicht um 14.01.2013, 05:00 von Claudia Hirschmann   [ aktualisiert: 21.10.2013, 12:01 ]
Hermine Liska im Poly Mürz


Mit großer Aufmerksamkeit folgten die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule in Mürzzuschlag den Lebenserinnerungen von Frau Hermine Liska.
Hermine Liska, gebürtige Kärntnerin, erzählte beeindruckend einige Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus.
Als Zeugen Jehovas lehnte ihre Familie den Hitlergruß genauso ab, wie den Kriegsdienst. Schon in der Schule wurde sie auf Grund dessen diskriminiert. Sie weigerte sich „Heil Hitler“ zu grüßen und die Uniform der Hitlerjugend anzuziehen. Deshalb wurde den Eltern die Erziehungsberechtigung entzogen. Sie kam in zwei Umerziehungsanstalten, Zweck dieser Anstalten war die Umerziehung zu folgsamen arischen Kindern.
Stationen ihres Lebens waren:
den Eltern weggenommen, in eine Erziehungsanstalt in München gesteckt, gedemütigt, bedroht, von Heimweh geplagt, Bombenangriffe mit viel Glück überlebt, Angst um ihre Familienangehörigen …
Trotzdem blieb sie ihren Prinzipien treu. Von Hitler kann kein Heil kommen - das war ihre tiefste Überzeugung.
Sie hat die Gräuel dieser Zeit ebenso überlebt, wie ihre  Brüder und hat es sich als Zeitzeugin zur Aufgabe gemacht, von ihren Erlebnissen zu berichten und die Jugend zu mahnen.

Heute lebt Frau Liska in der Nähe von Graz. Sie besucht österreichweit Schulen, um besonders junge Menschen daran zu erinnern, wozu Intoleranz führen kann.

Frau Liskas Botschaft an die Jugend von heute:
"Glaubt nicht jedem und allem. Hinterfragt Dinge und verurteilt nicht sofort. Getraut euch "anders" zu sein und lasst euch nicht vom Gruppenzwang überrumpeln. Bewahrt die christlichen Glaubensgrundsätze und ein reines Gewissen!"

Die Schüler und Schülerinnen zeigten großes Interesse daran mit der Zeitzeugin sprechen zu können und Informationen aus erster Hand und nicht nur aus Büchern zu bekommen.

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